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Hans-Günter Marcieniec
Jägerstraße 1
D-36329 Romrod
Telefon: 06636-210
Internet: http://www.marcieniec.de



Gedichte aus den Jahren 1961 - 1974




Mittag am See

Unter Blätterbalustraden
liegen wir im kühlen Sande.
Wiegen unsre nackten Glieder
spielrisch in dem kühlen Wasser.
Träumen über glatte Kiesel,
auf dem Grund des klaren Wassers,
hin zu hellen Sonnekringeln
auf dem weißen Sand des Grundes.
Lassen wie den flachen Kiesel
unsern Blick über den Spiegel
kühlen, lichtbegossnen Sees
kichernd hüpfen, kichernd flitzen.

Auf dem blau und weißen Spiegel,
glasgrün, rings gerahmt vom Walde,
läßt der Himmel weiß sich nieder.
Fällt mit leisem Sonnerauschen
blendend wie ein Schwan hernieder
und netzt sich die weiße Lichtbrust.

Inseln ruhn wie eingeschlafne
grün bewachsne Flußpferdköpfe.
Fern am unwirklichen Ufer
glühen rote Dächerfunken.

Alles trifft sich in dem Lichte,
kost in goldenem Entzücken,
und auch so die leichte Seele
drängt hinaus in Sees Mitte,
drängt und zieht den trägen Körper,
bis er jauchzend sich, im Taumel,
wild hineinwirft in die Fluten,
sich zu mischen mit dem Lichte.

(aus 1973)

 


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