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Hans-Günter Marcieniec
Jägerstraße 1
D-36329 Romrod
Telefon: 06636-210
Internet: http://www.marcieniec.de



Gedichte aus den Jahren 1961 - 1974




Curriculum vitae

Geblasen
wie der Wind
von zarter Lippe -
empfindsame Seele,
von Begierden und Wünschen
zerätzt.

Was bleibt, wenn das
grinsende Tor
Dich verschlang ?

Wir werfen, der Lernbürde müd,
Aufgaben, die uns
der ernsthafte Tag stellt,
beiseit und stürmen
lockenden Rufen nach.

Auf den Fluren glänzt
das Gold, ein
leichterer Wind um die
Stirn weht, Nächte
auf festlichem Dach
sind blauer, das
zaubrische Meer, von
Lichtern funkelnd besteckt,
leckt zahm Dir den
lächelnden Fuß.

Kokettierende Palmen und
schwarze Augen hinter den
Fächern, und wo die
weiche Musik in
wohligen Wogen
heranschwimmt, und wo die
Sünde zum Gott wird.

Wer Einsamer sitzt
härene Tage hindurch
in den Wüsten ?

Und wer lauscht beharrlich ?
Wer hängt mit kristallenen Augen
am Himmel ?
Wer wartet bescheiden ?

Denn grau ist das Leben
vor Ihm, das Kleid
wird zur Kutte. Und wer,
wer wagt noch
vergnüglich ein Wort, wo
die Größe ihm, ewig
gewärtig, weh und
traurig das Herz lähmt ?

(aus 1962)


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