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Hans-Günter Marcieniec
Jägerstraße 1
D-36329 Romrod
Telefon: 06636-210
Internet: http://www.marcieniec.de



Gedichte aus den Jahren 1961 - 1974




Ja zum Leben

Man kann am Leben nicht verzweifeln,
im Schnee, der getrieben wird.
Die Flocken wirbeln.
Immer das gleiche.
Die Glätte auf den Straßen.
Ein bißchen schöner Zucker.
Wohin tun die Schritte ?
Einfach setzen.
Gehn muß man.
Man muß gehn.

Schön ist der Wind,
auch wenn er Sturm ist.
Und die Gefahr rüttelt am Dach.
Und der Schauder läuft
über die Wände warmer Behausung.
Und die Menschen lieben sich,
unter der Glocke des Schnees,
durchwirbelt von Flocken.
Immer das gleiche,
ewig das gleiche.
Immer der stumme, der tönende Fall.

Denn ob das Erdrückende
tönend ist -
wird zur Frage.
Und die Frage bin ich.
Ich preise mit schweigendem Munde
das tönende Schweigen.
Das Herz geht.
Gehn muß man -
denn dann kann man am Leben
nicht verzweifeln.

14.2.1962

 


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