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Hans-Günter Marcieniec
Jägerstraße 1
D-36329 Romrod
Telefon: 06636-210
Internet: http://www.marcieniec.de



Gedichte (1950) - Eine Auswahl




Zur Klarheit

Fort sind sie, die Dämmernächte,
fort sind sie, sind mir entflohn,
da des Grams wühlende Mächte
gute Dinge mir wie schlechte
täuschend zu verwischen drohn.

Griff ich aufgewühlt und bitter
nach der Hilfe eines Wortes,
zog an ihm mich höhernortes,
klang gefestigt meine Zither :

nicht vorüber wart ihr, Stunden,
daß bewies sich mir der Trug,
daß das Lied, das ich gefunden,
zornig ich in Stücke schlug.

Immer wieder, immer wieder
habe ich‘s so angefangen –
und die frohdurchjauchzten Lieder
lösten ab die zweifelnd bangen.

Alle Worte, die man setzet,
sind in jedem Fall nur Stück,
Worte, die man sicher schätzet,
weichen andernorts zurück !

Schau ich in das wirre Kreisen,
in das trügende Gewühl,
weiß ich : wahr wird sich erweisen
nur das ewige Gefühl !

Was Ihr stets als Geist erachtet
ist nur trügerischer Schein,
der das Herz mir wirr umnachtet :
Geist – soll Tat zum Guten sein !

Fort sind sie, die Dämmernächte,
fort sind sie, sind mir entflohn,
da des Grams wühlende Mächte
gute Dinge mir wie schlechte
täuschend zu verwischen drohn.

 


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