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Hans-Günter Marcieniec
Jägerstraße 1
D-36329 Romrod
Telefon: 06636-210
Internet: http://www.marcieniec.de



Gedichte aus dem Jahrzehnt 1950 - 1960




Unentrinnbarkeit

Verfluchter Gott - so ist's aus mir gebrochen,
ich schleuderte die Faust, wie einen schwarzen Stein.
Doch ängstlich duckend, ganz in mich verkrochen
mußte am End ich immer sein :

Wie‘s hallt ! wie's hallt in meinem blutgen Herzen !
ein stummes Drohen springt von seiner Wand,
flackernd, gespenstisch des Gewissens Kerzen,
und ich - im eignen Frevel festgebannt.

Wer nagelt mich ! wer schlägt mich an die Stelle,
daß ich in Höhlen ewig voller Unruh steh ?
Ich wollte sie - nun hab ich sie, die Hölle,
und spür Dich, wandellos in Deiner Höh.

Du gehst, wie unberührt, im Rauschen, leise
im Schwung des Mantels, unbewegt, über mich hin.
Schon was ich sprach - aus Deinem ewigen Kreise
entkam es nicht. Und selbst der Fluch blieb Sinn.

(9.4.1956)

 


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