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Hans-Günter Marcieniec
Jägerstraße 1
D-36329 Romrod
Telefon: 06636-210
Internet: http://www.marcieniec.de



Gedichte (1948 - 1950) - Eine Auswahl




Frage und Antwort

Und ich ?! – so fragt ich einst, mir war
dabei so weh, ich schrie es wohl hinaus,
ich bot die wilde Frage wild dem Sturme dar
der nahm sie hoch, zerschlug sie mit Gebraus.

Ich wankte, krallte mich in schwarze Erde :
Gib Du mir Antwort, wenn der andere mich narrt !
Ich wartete, ich wollte, daß mir Antwort werde –
es schallte nur zurück, kurz, kalt und hart.

Ich habe lange so, zuckend, gelegen :
Was ist der Sinn, der in dem Dasein liegt ?
Was soll ich eigentlich, was tun, bewegen ?
Wo ist da Sinn : zu bauen, was als Staub zerfliegt ?

Was Geist ? Er wurde ja zur Schranke,
da ich erkannte : Hier ist Schluß !
Er sei verflucht ! Verflucht sei der Gedanke,
der immer neue Qualen denken muß !

Nimm Dir den Wahn, Du seist die goldne Mitte,
füge Dich ein in Lebens ew‘gen Kranz !
Dich lenkt das Leben, nicht Du seine Schritte.
So Du erkennst, erkenne dies ! Erkenn‘ es ganz!


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